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Postzustellungsauftrag: 5,62 € — aber nicht für Privatleute

Postzustellungsauftrag mit Zustellungsurkunde im Vergleich zum Einschreiben
Förmliche Zustellung und ihre Grenzen

Lesezeit: 6 Minuten · Stand: 5. September 2026

Der Postzustellungsauftrag kostet 5,62 Euro und ist der einzige Weg, bei dem die Deutsche Post eine Zustellungsurkunde ausfertigt. Nutzen dürfen ihn allerdings nur Behörden, Gerichte, Gerichtsvollzieher und Schiedspersonen. Für Privatpersonen und Unternehmen ist er nicht vorgesehen — auch nicht gegen Aufpreis.

Das Wichtigste in Kürze

  • 5,62 € für das Grundprodukt, umsatzsteuerfrei
  • Nur für Behörden, Gerichte, Gerichtsvollzieher und Schiedspersonen
  • Im Preis enthalten: Beförderung, Zustellung, Zustellungsurkunde, Rücksendung
  • Zustellung in der Regel am nächsten Werktag
  • Wird nicht ins Postfach gelegt, sondern an die Hausanschrift zugestellt
  • Für Privatpersonen bleibt das Einschreiben — mit schwächerem Beweiswert

Wer darf einen Postzustellungsauftrag nutzen?

Die Deutsche Post formuliert den Kreis eng: Der Postzustellungsauftrag ist nur für Behörden, Gerichte und Gerichtsvollzieher sowie Schiedspersonen im Sinne der jeweils geltenden Landesvorschriften zum gemeindlichen Schiedswesen vorgesehen.

Das heißt: Als Privatperson oder Unternehmen können Sie ihn nicht beauftragen. Wer eine Kündigung, einen Widerruf oder eine Mahnung verschicken will, hat diesen Weg nicht — unabhängig davon, wie wichtig die Sendung ist.

Der gelbe Umschlag mit der Zustellungsurkunde, den man vom Gerichtsvollzieher kennt, ist also kein Produkt, das man kaufen kann. Er ist an die Stellung des Absenders gebunden.

Was ist im Preis enthalten?

Leistung enthalten
Beförderung des Auftrags zum Zustellstützpunkt ja
Zustellung ja
Ausfertigung der Zustellungsurkunde ja
Rücksendung der Zustellungsurkunde ja
Niederlegung, falls erforderlich ja

Die 5,62 Euro sind ein Gesamtpreis und umsatzsteuerfrei. Zum Vergleich: Ein Standardbrief mit Einschreiben und Rückschein kostet 5,80 Euro — praktisch dasselbe, mit deutlich schwächerem Nachweis.

Was ist eine Zustellungsurkunde?

Das Dokument, in dem der Zusteller die Zustellung beurkundet und das anschließend an den Absender zurückgeht. Es ist der Kern des Produkts und der Grund, warum es Behörden vorbehalten ist: Die förmliche Zustellung ist ein Verfahrensschritt, kein Versandprodukt.

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Enthalten ist auch die Niederlegung, falls niemand angetroffen wird. Anders als beim Übergabe-Einschreiben, wo die Sendung schlicht in der Filiale liegt und der Nachweis ausbleibt, wenn niemand abholt, folgt die förmliche Zustellung eigenen Regeln.

Was bleibt Privatpersonen?

Das Einschreiben in seinen vier Varianten — mit dem Unterschied, dass es keine Urkunde liefert, sondern eine Dokumentation.

Weg Preis Standardbrief Nachweis Für wen
Postzustellungsauftrag 5,62 € Zustellungsurkunde Behörden, Gerichte
Einschreiben mit Rückschein 5,80 € Beleg mit digitalisierter Unterschrift alle
Einschreiben 3,60 € Quittung in der Sendungsverfolgung alle
Einwurf-Einschreiben 3,30 € Einwurf dokumentiert alle

Welche Variante was belegt, steht unter Einschreiben-Kosten. Wie stark der Nachweis vor Gericht wiegt, ordnet Anscheinsbeweis beim Einwurf-Einschreiben mit Fundstelle ein.

Warum das für Fristsachen wichtig ist

Weil die Lücke zwischen beiden Wegen seit 2026 größer geworden ist. Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 7. Mai 2026 entschieden, dass beim heutigen Scan-Verfahren der Deutschen Post kein Anscheinsbeweis für den Zugang eines Einwurf-Einschreibens besteht (Az. 2 AZR 184/25).

Diese Seite gibt die Rechtslage mit Fundstelle wieder und wendet sie nicht auf Ihren Fall an. Wer den Zugang einer fristgebundenen Erklärung nachweisen muss, sollte anwaltlichen Rat einholen — gerade weil der stärkste Zustellweg Privatpersonen nicht offensteht. Der Zusammenhang steht unter Kündigung per Einschreiben.

Was gilt beim Empfang?

Zwei Besonderheiten. Postzustellungsaufträge werden nicht ins Postfach gelegt, sondern weiter unter der Hausanschrift zugestellt — wie Pakete, Päckchen und Express-Sendungen. Einzelheiten unter Postfach einrichten.

Und sie sind vom Lagerservice ausgeschlossen. Wer verreist und die Post zurückhalten lässt, bekommt eine förmliche Zustellung trotzdem — was angesichts ihres Zwecks folgerichtig ist.

Wie schnell wird zugestellt?

In der Regel am nächsten Werktag nach der Einlieferung — genauso schnell wie ein Einschreiben und einen Tag schneller als der gewöhnliche Brief.

Warum es diesen Weg für Private nicht gibt

Die förmliche Zustellung ist kein Versandprodukt, sondern ein Verfahrensschritt. Sie dient dazu, den Zugang eines behördlichen oder gerichtlichen Schriftstücks so zu dokumentieren, dass er im Verfahren verwertbar ist — mit einer Urkunde, die der Zusteller als Beliehener ausfertigt.

Diese Stellung hat der Zusteller nur im Auftrag der genannten Stellen. Ein privater Absender könnte sie nicht begründen, auch wenn er dafür zahlen wollte. Der Preis von 5,62 Euro ist deshalb kein Marktpreis für eine bessere Zustellung, sondern das Entgelt für einen hoheitlich veranlassten Vorgang.

Für Privatpersonen folgt daraus eine unbequeme Wahrheit: Den stärksten Zustellnachweis gibt es nicht zu kaufen. Was bleibt, ist die Wahl zwischen den Einschreiben-Varianten — und die Kenntnis ihrer Grenzen.

Was Absender stattdessen tun

In der Praxis werden zwei Wege genutzt, die beide nicht über die Deutsche Post laufen. Die Übergabe durch einen Boten, der den Inhalt kennt und als Zeuge zur Verfügung steht. Und die persönliche Übergabe gegen schriftliche Empfangsbestätigung.

Beides sind keine Postprodukte, und wir bewerten sie hier nicht. Wer eine fristgebundene Erklärung zustellen muss, sollte die Wahl des Wegs anwaltlich klären lassen — sie hängt vom Einzelfall ab.

Häufige Fragen zum Postzustellungsauftrag

Was kostet ein Postzustellungsauftrag?

5,62 Euro für das Grundprodukt. Der Preis ist ein Gesamtpreis und umsatzsteuerfrei.

Kann ich als Privatperson einen Postzustellungsauftrag nutzen?

Nein. Er ist Behörden, Gerichten, Gerichtsvollziehern und Schiedspersonen vorbehalten.

Was ist enthalten?

Beförderung zum Zustellstützpunkt, Zustellung, Ausfertigung und Rücksendung der Zustellungsurkunde sowie gegebenenfalls die Niederlegung.

Was ist der Unterschied zum Einschreiben?

Der Postzustellungsauftrag liefert eine Zustellungsurkunde, das Einschreiben eine Dokumentation. Und er steht Privatpersonen nicht offen.

Wird er ins Postfach gelegt?

Nein. Postzustellungsaufträge werden unter der Hausanschrift zugestellt.

Gilt der Lagerservice dafür?

Nein. Postzustellungsaufträge sind vom Lagerservice ausgeschlossen.

Quellen

Angabe Quelle Abgerufen
Preis von 5,62 Euro als umsatzsteuerfreier Gesamtpreis, Beschränkung auf Behörden, Gerichte, Gerichtsvollzieher und Schiedspersonen, Leistungsumfang mit Beförderung, Zustellung, Ausfertigung und Rücksendung der Zustellungsurkunde sowie Niederlegung, Zustellung am nächsten Werktag, Ausschluss von der Postfachzustellung, Ausschluss vom Lagerservice, Entgelte der Einschreiben-Varianten Deutsche Post AG: Leistungen und Preise, Stand 01.07.2026 (PDF, dhl.de) 31.08.2026
Kein Anscheinsbeweis für den Zugang beim heutigen Scan-Verfahren Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.05.2026, Az. 2 AZR 184/25 (bundesarbeitsgericht.de) 31.08.2026