Wer einen Brief beschriften will, arbeitet auf einer Fläche, die die Deutsche Post in vier Zonen aufteilt: Absenderzone oben links, Frankierzone oben rechts, Lesezone in der Mitte und Codierzone unten rechts. Die Codierzone misst 150 × 15 Millimeter und muss vollständig frei bleiben — sie ist der einzige Bereich, in dem ein Fehler bares Geld kostet.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Zonen: Absender, Frankierung, Lesezone, Codierzone
- Codierzone 150 × 15 mm ab der rechten unteren Ecke, komplett frei
- Absenderzone 74 mm breit und 40 mm hoch, oben links
- Sendung weiß oder in einfarbigen Pastelltönen
- Wer die Vorgaben nicht erfüllt, zahlt das nächsthöhere Format
- Vermerke wie „Warensendung“ oder „Einschreiben“ haben feste Plätze
Brief beschriften: die vier Zonen
| Zone | Lage | Maße | Inhalt |
|---|---|---|---|
| Absenderzone | oben links | 74 × 40 mm | Absender, Vermerke |
| Frankierzone | oben rechts | — | Briefmarke oder Freimachung |
| Lesezone | Mitte | — | Empfängeranschrift |
| Codierzone | unten rechts | 150 × 15 mm | nichts |
Die Codierzone ist kein Gestaltungsvorschlag, sondern der Bereich, in den die Sortieranlage ihren eigenen Code druckt. Steht dort etwas — ein Logo, ein Strich, ein verrutschter Aufkleber —, kann die Maschine die Sendung nicht verarbeiten.
Was bedeutet Automationsfähigkeit?
Für Postkarten und Standardbriefe verlangt die Deutsche Post, dass die Sendung maschinell verarbeitbar ist. Drei Anforderungen stehen dafür im Preisverzeichnis:
Die Sendung muss weiß oder in einfarbigen Pastelltönen gestaltet sein. Die Codierzone muss frei bleiben. Und die Sendung muss ausreichend biegsam sein, weil sie über Transportbänder und Rollen läuft — eingelegte oder aufgeklebte Gegenstände, die Unebenheiten erzeugen, sind ausgeschlossen.
Wird das nicht eingehalten, wird das Entgelt für das nächsthöhere Basisformat erhoben. Ein kräftig gefärbter Umschlag kostet damit statt 0,95 Euro als Standardbrief 1,10 Euro als Kompaktbrief — bei identischen Maßen und identischem Gewicht. Das ist die unauffälligste Portofalle im ganzen Tarif.
Die vollständigen Anforderungen stehen im Leitfaden „Automationsfähige Briefsendungen“, den die Deutsche Post unter deutschepost.de/automation zum Herunterladen bereitstellt.
Wer farbig verschicken will, umgeht das Problem am einfachsten über das nächste Format: Beim Kompaktbrief gilt die Anforderung an die Automationsfähigkeit nicht mehr. Einzelheiten unter Kompaktbrief Porto.
Wo gehören welche Vermerke hin?
Vermerke haben feste Plätze, und die Position entscheidet mit darüber, ob sie beachtet werden.
| Vermerk | Platz | Gilt für |
|---|---|---|
| Warensendung | oberhalb der Anschrift | Warensendung National |
| Blindensendung / Cécogramme | rechte obere Ecke | entgeltfreie Beförderung |
| Einschreiben / Recommandé | linke obere Ecke | international |
| PRIORITY / Prioritaire / Luftpost | linke obere Ecke | international |
| Rückschein / Avis de réception | linke obere Ecke | international |
| Postlagernd / Poste restante | linke obere Ecke | international |
| Nicht nachsenden! | Aufschriftseite, deutlich | Briefe und Postkarten |
Bei internationalen Sendungen gehören die Vermerke in die linke obere Ecke der Aufschriftseite, gegebenenfalls unterhalb der Absenderangabe, und zwar in deutscher und falls nötig auch in französischer oder einer anderen im Bestimmungsland bekannten Sprache.
Der Vermerk „Blindensendung“ ist der einzige, bei dem die Position über das Entgelt entscheidet: Er muss in der rechten oberen Ecke stehen, damit der Brief entgeltfrei befördert wird.
Was gilt bei „Nicht nachsenden!“?
Diese Vorausverfügung ist stärker, als viele denken. Sie wird selbst dann beachtet, wenn der Empfänger mit der Deutschen Post eine Nachsendung vereinbart hat — die Sendung geht dann an den Absender zurück, auch bei nur vorübergehender Abwesenheit.
Sie gilt allerdings nur für Briefe und Postkarten. Und sie hat eine Bedingung: Ist die Vorausverfügung nicht eindeutig formuliert, nicht richtig positioniert oder tritt sie nicht deutlich hervor, ist die Deutsche Post zur Beachtung nicht verpflichtet. Bei Sendungen mit Vorausverfügung muss außerdem die vollständige Inlands-Absenderangabe auf der Aufschriftseite stehen.
Wie schreibe ich Auslandsanschriften?
Der Ortsname wird in der Landessprache angegeben, also MILANO statt Mailand. Das Bestimmungsland gehört in Großbuchstaben in die letzte Zeile.
Zu beachten ist außerdem: In Briefen ins Ausland sind ausschließlich Dokumente zulässig. Was das für Warensendungen bedeutet, steht unter Auslandsversand und Zoll.
Ein Sonderfall ist das ungefaltete DIN-A4-Blatt: Es passt in keinen Standardbrief-Umschlag und beginnt beim Großbrief. Der Vergleich steht unter Porto Brief DIN A4.
Welche Fehler kosten am häufigsten Geld?
Der Absender auf der Rückseite. Beim Rückschein geht der Beleg an die Adresse auf der Vorderseite. Wer den Absender nur hinten notiert, bekommt seinen Nachweis möglicherweise nicht.
Der fehlende Vermerk „Warensendung“. Ohne ihn wird die Sendung nach Briefporto bewertet — bei 900 Gramm also als Maxibrief für 2,90 statt als Warensendung für 2,70 Euro.
Der bunte Umschlag. Siehe oben: ein Format höher, ohne dass sich etwas an der Sendung geändert hat.
Der Schlüssel im normalen Umschlag. Feste Gegenstände gehören laut Preisverzeichnis in wattierte Umschläge, damit weder die Sendung noch die Anlagen der Deutschen Post Schaden nehmen. Das erzeugt aber Unebenheiten und kippt damit die Automationsfähigkeit.
Welches Format am Ende gilt und was es kostet, klärt der Portorechner. Die Grenzwerte im Einzelnen stehen unter Großbrief Maße.
Häufige Fragen zum Brief beschriften
Wo muss die Briefmarke hin?
In die Frankierzone oben rechts auf der Aufschriftseite.
Muss der Absender vorne stehen?
Nicht immer, aber in zwei Fällen ja: bei Sendungen mit Vorausverfügung und wenn Sie einen Rückschein nutzen, der an die Absenderadresse auf der Vorderseite zurückgeht.
Was ist die Codierzone?
Ein Streifen von 150 × 15 Millimetern ab der rechten unteren Ecke. Er muss von allen Angaben frei bleiben, damit die Sortieranlage dort ihren Code aufbringen kann.
Darf der Umschlag farbig sein?
Bei Postkarten und Standardbriefen nur weiß oder in einfarbigen Pastelltönen. Andernfalls wird das Entgelt des nächsthöheren Basisformats erhoben.
Wie schreibe ich eine Adresse ins Ausland?
Den Ortsnamen in der Landessprache, also MILANO statt Mailand, und das Bestimmungsland in Großbuchstaben in die letzte Zeile.
Wirkt „Nicht nachsenden!“ auch bei eingerichtetem Nachsendeauftrag?
Ja. Der Vermerk wird selbst dann beachtet, wenn der Empfänger eine Nachsendung vereinbart hat. Er muss aber eindeutig, richtig positioniert und deutlich erkennbar sein.
Quellen
| Angabe | Quelle | Abgerufen |
|---|---|---|
| Aufteilung der Aufschriftseite in Absender-, Frankier-, Lese- und Codierzone mit Maßen, Anforderungen an die Automationsfähigkeit und Folge bei Nichterfüllung, Leitfaden „Automationsfähige Briefsendungen“, Position der Vermerke bei internationalen Sendungen, Vermerk Blindensendung in der rechten oberen Ecke, Vermerk „Warensendung“ oberhalb der Anschrift, Vorausverfügung „Nicht nachsenden!“ und ihre Bedingungen, Absenderangabe auf der Aufschriftseite, Ortsname in Landessprache, Verpackungshinweis für feste Gegenstände, Portosätze | Deutsche Post AG: Leistungen und Preise, Stand 01.07.2026 (PDF, dhl.de) | 31.08.2026 |
